Torsten Koch Krebsgang Ausstellung vom 28.04.2018 –23.06.2018 Mit dem Wort Krebsgang wird ein Rückschritt oder Zurückschreiten bezeichnet, aber auch die Spiegelung eines Motives in der Musik. In der Natur gibt es ebenfalls solche Spiegelungen, wenngleich selten, und diese werden mit situs inversus bezeichnet. Torsten Koch beschäftigt sich seit Langem mit dem Zeichen, und dies ist auch eine Beschäftigung mit der Zeit. Mit feinem schwarzen Filzstift werden Reihe um Reihe mit kurzen, gleichlangen Strichen fast ausgefüllt. So entstehen großflächige Formate, in denen die Motive durch Aussparungen herausgearbeitet werden. Diese treten dann in Weiß oder der Farbe des Untergrundes hervor. Es tauchen Muscheln auf oder ein Krebs, beides zwei urgeschichtlich sehr alte Spezies, wie auch Amöben, Pflanzen mit Blüten, bis hin zu dunklen Gestalten. Als Papier verwendet Torsten Koch verschiedene Qualitäten, wobei er sogar mit Zeitungen arbeitet. Dabei spielt er ganz bewusst mit dem Effekt, der sich durch das Durch- drücken des Stiftes auf der Rückseite ergibt. Umgedreht ergibt sich natürlich eine Spiegelung, wobei Vorder- und Rück- seite nicht immer leicht zu unterscheiden sind. Auch wenn die Motive vordergründig in einer dekorativen Art angeordnet zu sein scheinen hat man das Gefühl, in eine bestimmte Welt „einzutauchen“, wie in ein Aquarium. Es gelingt dem Künstler, trotz der flächigen Darstellung ein Gefühl von Raum zu vermitteln, was erstaunlich ist und sich jenseits der üblichen perspektivischen Darstellung abspielt. Das Ornamentale wird dadurch aufgehoben und die Motive bekommen so etwas im Raum und in der Zeit schwebendes. Die Plastiken von Torsten Koch sind meist sind aus Styropor, die er schwarz ansprüht und mit ganz feinem silbernem Glitzer überzieht. Es sind wild wuchernde, ausufernde Formen, die oft sehr groß und hoch sein können. Sie erinnern an Pflanzen, alte Krieger oder seltsame Gewächse. Das Material Styropor nimmt man als solches gar nicht mehr war, es bekommt etwas Lebendiges und gleichzeitig etwas Morbides. Beim Anblick dieser Objekte wird man unweigerlich in eine dunkle und unheimliche aber gleichzeitig auch schöne und poetische Wunderwelt gelockt. Die Ästhetik ist äußerst spe- ziell und effektiv. Der Betrachter findet sich selbst buchstäblich in einer neuen und wunderlichen Umgebung wieder, denn die Arbeiten zielen direkt auf dessen Gefühlsebene. Torsten Koch hat Bildhauerei in an der HBK in Braunschweig bei Prof. Brus und Prof. Chimiotti studiert, wo der gebürtige Hannoveraner seitdem lebt und arbeitet. Er ist ein besonderer Künstler für das atelier D, denn er war der erste, dessen Ausstellung zur Eröffnung im November 2011 zu sehen war. Es ist somit eine besondere Freude, ihn erneut zeigen zu können. Die Besucher, die damals hier waren, werden sich vielleicht noch daran erinnern, seine Filzstiftzeichnungen wa- ren in kleineren Formaten zu sehen, die sich seitdem in raumfüllende Dimensionen weiterentwickelt haben.
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atelier D Leitung: Suncana Dulic, Rohrteichstraße 30, 33602 Bielefeld Tel: 0521-58495420
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