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atelier D Leitung: Suncana Dulic, Rohrteichstraße 30a, 33602 Bielefeld Tel: 0521-58495420
Rosario de Simone Anonimi Ausstellung 26.11.2022 - 28.01.2023
Rosario      de      Simones      Malerei      steht      in      der      Tradition      des      italienischen Neoexpressionismus.    Die    Bilder    spiegeln    nicht    die    zeitgenössische    Moderne, sondern   stehen   außerhalb   der   Zeit   und   damit   für   eine   universelle   Realität.   Gewisse Themen   werden   die   Menschheit   immer   wieder   herausfordern   und   begleiten.   In   den Farben    sakraler    Malerei    früherer    Jahrhunderte,    wie    Ocker,    Grün,    Weinrot    und gebrannte   Sienna   schafft   de   Simone   eine   Welt   aus   Licht   und   Schatten,   wie   sie   schon seit   einer   Ewigkeit   zu   existieren   scheint.   In   ihr   lässt   er   seine   Figuren   erscheinen.   Er stellt   sie   mehr   in   Zuständen   dar,   als   in   aktiven   Handlungen.   An   der   Grenze   zwischen Abstraktion   und   Figürlichkeit   meint   man   sie   zu   erkennen,   aber   in   Wirklichkeit   ist   es mehr   ein   Erspüren.   Damit   stellt   sich   die   Frage,   ob   das   Erspürte   vielleicht   nicht   mehr Wahrheit    in    sich    trägt,    als    das    Erkennbare.    De    Simones    Figuren    und    Gesichter sprechen   zu   uns   durch   ihre   bloße   Anwesenheit   und   fordern   eine   unglaubliche   Nähe ein,   ohne   jemals   ihr   Geheimnis   preis   zu   geben.   Um   so   etwas   zu   malen,   muss   man unglaublich   viel   Erfahrung   mitbringen.   Vor   über   30   Jahren   hatte   Rosario   de   Simone sie   bereits   in   seinem   Gepäck   als   er   nach   Abschluss   der   Kunstakademie   in   Neapel nach   Bielefeld   kam.   Das   italienische   Licht   hat   er   auch   mitgebracht   mit   seinen   harten Schatten und weichen Farben. Es ist ein Segen.
Wir   sind   umgeben   von   Anonymität.   Wir   begegnen   Menschen   auf   der   Straße,   die   wir noch   nie   zuvor   gesehen   haben   und   von   denen   wir   nichts   wissen.   Es   sind   Unbekannte und   bleiben   dies   meistens.   Im   Grunde   genommen,   kommt   es   in   unserer   alltäglichen Erfahrung   selten   vor,   dass   eine   unbekannte   Person   zu   einer   bekannten   wird.   Sich   mit unbekannten   Gesichtern   umgeben   zu   müssen,   gehört   zum   Menschsein   dazu.   Wie   geht der   Mensch   damit   um?   Hat   er   Angst   vor   der   unbekannten   Person?   Werden   Versuche unternommen    die    Person    zu    beurteilen?    Entsteht    dabei    schon    Liebe    oder    Hass? Manche   Menschen   genießen   die   Anonymität,   wie   sie   z.B.   in   Großstädten   vorkommt.     Unerkannt   zu   bleiben   empfinden   sie   als   Schutz.   Wenn   niemand   weiß,   wer   sie   sind, glauben sie sich dem Urteil anderer zu entziehen, jedoch kann man das überhaupt?
Wie   malt   man   Anonymität?   In   der   Stadt   begegnen   uns   Gesichter,   die   wir   zwar   nicht kennen,   deren   Gesichtszüge   wir   jedoch   ganz   genau   erkennen   können.   In   der   Malerei würden    wir    sie    für    Portraits    halten    und    die    Erkennbarkeit    würde    den    Eindruck    von Anonymität   zerstören,   auch,   wenn   uns   die   dargestellte   Person   völlig   unbekannt   wäre. Bei   Rosario   de   Simone   erscheinen   seine   gemalten   Gesichter,   wie   aus   einem   Schatten aus     der     Leinwand     herauszutreten.     Alles     bleibt     angedeutet,     gleichzeitig     jedoch unheimlich   intensiv.   Man   spürt   ganz   stark   die   Präsenz   der   unbekannten   Person,   ohne sie   beschreiben   zu   können.   Diese   Gesichter   verstecken   sich   nicht,   im   Gegenteil   sie geben sich Preis, aber sie bewahren dabei ihr Geheimnis.