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atelier D Leitung: Suncana Dulic, Rohrteichstraße 30, 33602 Bielefeld Tel: 0521-58495420
Archiv
Patrick Houben Streetview Collagen und Videos Ausstellung 27.04. – 29.06.2019
Der Medienkünstler Patrick Houben wählt das Zusammenspiel von Text und Bild um komplex- ere Gedankengänge aufzuzeigen. Sein soziolo- gisch-philosophischer Ansatz beschäftigt sich mit der Struktur moderner Großstädte und er- möglicht dem Betrachter eine geradezu körper- lich spürbareErfahrung vom dem Erlebnisraum Stadt. Zu sehensind Videoanimationen und großformatige Collagen.
Finissage mit Autorenlesung der Texte von und mit Patrick Houben 28.06. um 20 Uhr
Auf den Videos erkennt man Wege, unheimliche Ecken und Situationen aus der Perspecktive des Städters, der sich zu Fuß durch die Straßen bewegt. Sie sind auf einen harten schwarz-weiß- Kontrast heruntergebrochen. Es handelt sich hier um eine Bildsprache, die der Künstler bereits auf seiner Ausstellung Anfang 2016 im atelier D mit seinen Fotografien von Hochhäusern gezeigt hat. Die Bilder wirkten so, als wären sie Kopien, die auf einem schlechten alten Xerox-Fotokopierer der 80ger Jahre gemacht worden sind. Die Com- puterbearbeitung ist Teil des Entfremdungspro- zesses. Inzwischen kann man mit neuen Apps auf Smartphones bieten, diese Filme ohne auf- wendige Bearbeitung in diesem Stil mit dem Handy drehen. Wichtig ist aber hier nicht das technische Können, sondern der aufmerksame beobachtende Blick des Künstlers. Die Technik erleichtert und verkürzt nur die Videoarbeit. Gleichzeitig verzichtet Patrick Houben auf Sta- tive und Bildstabilisatoren und lässt zu, dass die Bilder wackeln. Der dabei entstandene Effekt erhöht zusätzlich die beunruhigende Wirkung dieser Videos. Sie erinnern an Filme aus Über- wachungskameras oder an Hobbyfilme, die mit ihrer schauerlichen Dramaturgie die Verschwö- rungstheorien zu unterstreichen versuchen, die sie in den Sozial Media verbreiten wollen.
die Patrick Houben in den Medien vorgefunden hat, die Welt auf den Kopf zu stellen scheinen. Dabei fahren U-Bahnen ins Nichts oder durch Hochhäuser durch. Die Welt gerät ins Wanken, wenn so viel Stahl, Beton und Asphalt nicht mehr an ihrem angestammten Platz sind. Zu den brutalem schwarz/weiß Kontrasten kommt nun auch ein seltsam anmutender pastelliger Rotton i ns Spiel, den Patrick Houben in diesen Bildern hinzugefügt hat, der an das verblasste Rot von alten, Wind und Sonne ausgesetzten Printmedien erinnert. Alles scheint in seinen Collagen aus dem Ruder gelaufen zu sein. Zuletzt sollten auch noch Patrick Houbens Texte erwähnt werden. Sie tauchen immer wieder in allen seinen Arbeiten auf. In dieser Ausstellung sind sie extrem reduziert auf einzelne Worte. Bei der Finissage wird es eine Autorenlesung geben, bei der Patrick Houben seine eigenen Texte vorliest. Seine Worte lassen uns in den Kopf des geplagten Städters schlüpfen und an seinen absurden und wüsten Gedanken und Beobachtungen teilnehmen. Damit schließt der Künstler den Kreis des Inneren und des Äußeren und regt zum Denken an. Wie sehr kann man der Welt der glänzenden Fassaden trauen? Wie viel kann der Mensch die Dinge, die ihn umgeben noch kontrollieren? Welchen Einfluss hat die Stadt auf den Menschen? Wie kann er unterscheiden zwischen wichtig und unwichtig, wenn er ständig mit Werbung und den Gemütszuständen der Menschen seiner Umgebung umgeben ist?  Diese Ausstellung ist eine Reise in die Wüste der Großstädte - Willkommen im Chaos. Heute ist es der Streetview “, doch die Hinterlassenschaften der Menschheit, wie sie hier inszeniert werden, bieten einen Eindruck darüber, auf was die Archäologen der Zukunft stoßen werden. Sie werden viel zu tun bekommen.
In seinen Collagen kann man ebenfalls diese Bildsprache entdecken und die monströsen Hochhäuser wiederentdecken, die nun halb zerrissen und überlagert mit anderen Bildern,