NEWS NEWS ANFAHRT ANFAHRT KONTAKT KONTAKT HOME HOME MODE MODE KUNST KUNST
atelier D Leitung: Suncana Dulic, Rohrteichstraße 30, 33602 Bielefeld Tel: 0521-58495420
Archiv
Wolfgang Meluhn ImMobil Malerei
Ausstellung vom 02.03.2019 – 13.04.2019
Was dem Betrachter vielleicht gleich zu Erst auffällt, sind starken die Hell-Dunkelkontraste in Wolfgang Meluhns Malerei, die mit scheinbar leichter Hand ganz kühn auf die Leinwand gesetzt sind. Irgendwie schwer und leicht zugleich bringen sie den Raum zum Strahlen. Noch ein anderes Paradox bringt diese Malweise hervor, die Figuren auf seinen Bildern sind dabei ganz präzise unpräzise, konkret unkonkret.
Wie kann das sein? Erklärbar ist das nur dadurch, dass Wolfgang Meluhn einen ganz offenen Blick dafür hat, was uns umgibt. Der Mensch,  mit seinem Tagewerk beschäftigt, seinen Tätigkeiten nachge- hend, übersieht vieles, da er seine Umgebung in
wichtig und unwichtig unterteilt  oder in besonders und alltäglich. So verhält es sich auch mit Haltestellen. Sie interessieren uns nur dann, wenn wir ein Fahrgast sind und dann interessiert uns auch nicht die Halte- stelle, sondern  das Verkehrsmittel, dass wir besteigen möchten und auch nur in seiner Funktion als Trans- portmittel.
Der Künstler zeigt uns hier, was wir ständig übersehen. Er zeigt Situation- en mit wartenden Fahrgästen an Halte- stellen. Die Leute sind unterwegs (mobil), aber sie unterhalten sich nicht, sie sind abgeschottet (immobil), nur darauf konzentriert, dass der Bus kommt.  Entstanden ist eine Serie. Es sind Portraits von Haltestellen. Diese Serie lenkt unseren Blick neu auf etwas so sehr Vertrautes, dass es für uns im Alltag fast schon unsichtbar geworden ist. Dabei interessiert ihn nicht die realistische Malweise, dieser Situationen. „Realismus ist eine Kunsttechnik, die wenig Blick auf das Dazwischen und Dahinter zulässt, weil alles so detailliert und beeindruckend gleich in die Augen fällt…“ dies sagt der Künstler in einer Stell- ungnahme zur Kunst. Sein Weg ist eher eine Abstrahierung der Wirklichkeit.  An einer anderen Stelle sagt er:“ Ohne Abstraktion ist Abbilden nicht denk- oder machbar.“  Wenn man darüber nachdenkt, kommt man zu der Einsicht, dass nicht alles Sichtbare wie auf einem Foto gemalt oder gezeichnet werden kann. Der Künstler trifft immer eine Auswahl in der Darstellung. Deshalb liegt genau darin die künstlerische Leistung den richtigen Abstraktionsgrad zu finden.
Die in den Haltestellen abstrakt dar- gestellten oder angedeuteten Men- schen sind in ihrer individuellen Ge- dankenwelt unterwegs. Vielleicht könnten wir, die Betrachter dieser Bilder, einer von ihnen sein an einem Winterabend in der Rushhour an der Haltestelle. Darum ist diese Malerei auch wie ein Spiegel. Wir sehen uns selbst darin. Aber wir sehen auch die Anderen und genau folgendes pa- ssiert, es ist ein Spiel zwischen der Innen-und Außenansicht von uns allen. Das unwirkliche Licht zur Abendzeit an diesen Orten bietet ein spezielles Farbspektrum, das noch dazu beiträgt, dass diese Szenen eine ganz besondere Magie entfalten.
Was sagt uns das? Vielleicht dass das Wunder überall ist? Wir müssen nicht in ferne Länder reisen oder uns an spektakuläre Orte begeben um uns bezaubern zu lassen.